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Glaube konkret, von Pfarrerin Christ.

bon
.......und nehmen sie sich etwas Zeit !

So! ist Sonntag

An vielen kirchlichen Gebäuden, auch an unserem Gemeindehaus, ist die Plakatwerbungunserer Kirche zu sehen, die auf den Sonntag aufmerksam macht. Es ist in den letzten Jahren schwer geworden, den Sonntag zu verteidigen: gegen die Argumente derer, die sagen, es würden durch Sonn- und Feiertagsarbeit Arbeitsplätze geschaffen und die Produktivität erhöht; gegen die Freizeitangebote etwa der Möbelhäuser, die freie Fahrgeschäfte für die ganze Familie anbieten und wo der Möbelkauf zum lukrativen Nebeneffekt wird. Es ist schwer geworden, den Sonntag gegen das eigene Tun-Wollen, Tun-Müssen, Fertig-Werden-Müssen zu verteidigen.Immer weniger würde in all dem das Gebot Gottes zur Sabbatruhe gehört werden, wenn wir es einfach immer nur laut und energisch rufen würden. Wie kann ein "Gedenken" des Sabbattages gelingen? Vielleicht wäre ein erster Ansatzpunkt zu sagen, dass der Sonntag, der unser "Sabbat" ist, nach anderen Regeln funktioniert als die anderen Tage. Jesus hat gegen allzu eifrige Juden gesagt: Der Sabbatist für den Menschen da und nicht der Mensch für den Sabbat. Der Mensch solldurch den Sabbat nicht eingeengt werden. Der Sonntag steht damit aber auch nicht zur freien Disposition, sondern an ihm gelten Regeln, die "für den Menschen da" sind: Dass Arbeit, die etwa in Pflegeheimen, Krankenhäusern, auch an Tankstellen, geleistet werden muss, besser bezahlt wird als an anderen Tagen. Dass eine Familie sich gemeinsame Zeit vornimmt und keine Angst davor haben muss, dass sie sich den ganzen Nachmittag über anschweigen oder vor dem Fernseher sitzen. Den Sonntag als gemeinsame Zeit zu nutzen, kann Mühe sein, wenn man verlernt hat, Zeit gemeinsam zu gestalten. Dass die Glocken läuten und Zeit ist, den Gottesdienst zu besuchen. Dabei ist der Gang zur Kirche keine Pflicht. Schon Luther hat die so genannte "Sonntagspflicht" abgeschafft. Er wollte die Freiheit betonen - die Freiheit, dass wir uns Gott und der Gemeinschaft nähern und gemeinsam feiern. Klarentsteht dadurch vor allem in unseren Tagen das Problem, dass wir sonntags nur Wenige sind. Wir tun gut daran, im Bedauern darüber nicht wieder unfrei und eng zu werden. Die meisten Kulturen kennen den freien Tag im Ablauf einer Woche. Es mag eine urmenschliche Erkenntnis sein, dass wir eine Unterbrechung nötig haben. In der christlichen Tradition erinnert uns der Sonntag an die Auferstehung. Deshalb markierter keine beliebige Unterbrechung, sondern stellt uns hinein in die Heilsgeschichte und erinnert an unsere Freiheit. Diese ermöglicht, uns auf das zu besinnen, was dem Zusammenleben dient und wie wir füreinander da sein können. Solches Träumen geht übrigens über eine Diskussion über Ladenöffnungszeiten hinaus. Es fragt nach dem, was im Leben trägt. "So" ist Sonntag.

Ihre Monika Christ

Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte. 1. Mose 2,3Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst.2. Mose 20,8

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