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Gemeindegruppen in Bewegung – ganz wörtlich

Ein ungewöhnlicher Treffpunkt

Bevor wir uns zusammensetzen, räumen wir schnell die Plastikkisten von den Tischen, die am Rand des Raumes vor den Regalen stehen, stellen die Tische in die Mitte und die Stühle drumerum. In weniger als 5 Minuten sind wir fertig. Diese kleine Übung haben Gemeindegruppen in den letzten beiden Wochen zweimal gemacht: einmal der Kirchenvorstand und einmal das Konfi-Team, und wir werden es noch häufiger tun. Es ist nicht zu übersehen: Wir treffen uns nicht in einem Tagungsraum, sondern in einem Raum, in dem sonst Waren angeboten werden. Der Raum ist vorgeheizt, Menschen sind hier willkommen. Und wir spüren ein Stück Gemeinschaft mit der „Tafel“, in deren Ausgabestelle wir uns zusammengefunden haben, auch wenn keiner von uns Lebensmittel einsammelt oder ausgibt. Und wir hoffen, dass die innere Verbundenheit gestärkt wird.

Das „wandernde Gottesvolk“
Wenn wir an Kirche denken, denken wir oft an etwas Festes, Unbewegliches, Statisches. Schließlich hat Kirche als Institution ja fast 2000 Jahre durchgehalten, also genug Beharrungsvermögenbewiesen, oft auch in ihren Auffassungen.
Doch eigentlich hat sich die christliche Gemeinschaft als Nachfolger oder Ableger des wandernden Gottesvolkes der Israeliten verstanden. Dieses hatte seine grundlegenden
Lebensregeln, die 10 Gebote, auf dem Weg durch die Wüste empfangen. Es schlug unterwegs die Zelte auf und wurde auf seinem Zug von Gott beschützt.

Jesus der Wanderprediger
Vor allem aber ist Jesus selbst in der Zeit seines öffentlichen Wirkens mit seinen Jüngerinnen und Jüngern ohne festen Wohnsitzdurch Israel gewandert. Er ist dabei Menschen
begegnet, hat Ausgestoßene und Außenseiter in die Gesellschaft integriert, gelehrt, auch gestritten und geheilt.  In Bezug auf die Nachfolge sagte er einmal: Die Füchse
haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.
(Mt 8,20; Lk 9,58)

Auch wir: immer unterwegs
Das sind mehr als profane Tatsachen. Auch wir Christen verstehen uns ja oft als Wanderer, als Gast, ja als Fremdling auf dieser Erde, bis er seinen Platz im himmlischen Reich
bekommt. Das populär gewordene Pilgern nimmt genau diese Erfahrung auf: bewusst auf der Reise sein, Wegstrecken und Stationen intensiv wahrnehmen, aber sein Ziel in
Gott zu haben. Denn Veränderung bedeutet Leben. Und es ist gut, sich – zumindest zeitweise– auf andere Umstände einzulassen.
Schließlich haben wir auf dieser Welt „keine bleibende Stadt“, sondern gehen der zukünftigen entgegen.

 

Gemeindegruppen im Pilgermodus
Wir pilgern jetzt sozusagen mit unseren Gemeindegruppen. Wir verzichten für eineinhalb oder zwei Jahre auf unser Gemeindehaus.
Unsere Gruppen sind zu Gast in anderen Räumlichkeiten, bei unterschiedlichen Einrichtungen, kirchlichen und weltlichen, in Höhr-Grenzhausen. Wir haben uns im
Kirchenvorstand bewusst dazu entschieden. Die Stadt hatte uns gebeten, das Gemeindehaus schon jetzt zu erwerben, bevor das neue fertig ist, weil Raum für Kindergartenplätze
dringend gebraucht wird. Dieser Bitte wollten wir uns nicht verschließen. Was ich mir bisher an keinem anderen Ort hätte vorstellen können, hier in Höhr-Grenzhausen
ist es gut möglich: Wir bringen alle unsere Gruppen in Räumen unter und bleiben auf die Gastfreundschaft anderer angewiesen. Und so ist es auch: Alle waren hilfsbereit,
alle Gruppen sind gut untergekommen.

Herzlichen Dank dafür!

 

 

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