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Weihnachten mit Fortsetzung

ML
Pfarrer M.Neuesüß
ML
Die Weisen aus dem Morgenland auf dem Weg zur Krippe

Eigentlich ist die Weihnachtszeit viel zu kurz für die Bedeutung, die sie hat. Wir feiern immerhin, dass Gott Mensch wird. 4 Wochenlang dauert der Advent, die Vorbereitungszeit. Am 24. Dezember müssen die meisten noch arbeiten (und immer öfter auch am 25.und 26.). Und dann soll alles schon vorbei sein? Silvester und Neujahr folgen bald, und dann an „Dreikönig“ sind die Weihnachtsferienvorbei und schnell denkt man an neue Termine. Auch in unserem Kirchenjahr reicht die Weihnachtszeit nur bis zum 6. Januar.
Doch dann beginnt die sogenannte Epiphaniaszeit. Die ist eigentlich nichts anderes als die Fortsetzung der Weihnachtszeit unteranderem Namen. Epiphanias übersetzt man am besten mit Erscheinung. Und an diesem Tag denken wir vor allem an den Besuch der Weisen aus dem Morgenland an der Krippe. Und damit denken wir – wie eben auch an Weihnachten – an das Erscheinen Gottes in der Welt. An diesem Tag ziehen auch die Sternsinger los, Kinder oder Jugendliche, die als die „Heiligen Drei Könige“ verkleidet von Haus zu Haus gehen. Dabei sammeln sie für einen guten Zweck und schreiben mit Kreide C + M + B (Caspar und Melchior und Balthasar, aber auch Christus Mansionem Benedicat, das heißt übersetzt „Christus segne dieses Haus“) sowie die Jahreszahl an die Haustür. Auch wenn wir Evangelische nicht glauben, dass sich Gegenstände mit einem Segen verbinden können, freue ich mich über das Zeichen. Denn es erinnert mich daran, dass Gott auch in diesem Haus (wie überall) segensvoll wirken kann. 
Das Epiphaniasfest wird mit verschiedenen Traditionen in Verbindung gebracht: nicht nur die Ankunft der Weisen aus dem Morgenland, sondern auch die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer, die Verwandlung von Wasser in Wein auf der Hochzeit zu Kana als das erste Wunder Christi. Und tatsächlich deuten diese Legenden und Geschichten ja auch aus, was Jesu Geburt bedeutet. Bei der Taufe wird Jesus als geliebter Sohn Gottes ausgerufen, seine Fähigkeit Wunder zu wirken zeigt seine besondere Kraft zum Heil. Dies alles gehört zur Epiphaniaszeit. In dieser Klarheit liegt auch eine bessere Chance, die Weihnachtsbedeutung angemessen nachklingen zu lassen. Die Epiphaniaszeit ermöglicht, auch nach der Verteilung der Geschenke und der familiären Festlichkeiten, den Inhalten und der Besinnlichkeit des Weihnachtsfestes weiter Raum zu geben. In der neuen Ordnung der Lesungen und Predigttexte im Gottesdienst, die mit diesem Kirchenjahr in der EKHN eingeführt wird, erhält die Epiphaniaszeit eine feste Länge. Bisher hing sie davon ab, wie spät oder früh Ostern liegt. Jetzt liegt die Anzahl der Epiphaniassonntage fest. 
Eine  besondere Symbolik hat die Epiphaniaszeit auch. Christus wird als Licht, das in der Dunkelheit scheint, wahrgenommen. So ist  er an Weihnachten in die Welt gekommen. Ich finde, dass es im Januar oft eine Klarheit in der Luft gibt, wenn die Sonne in der Kältescheint, die eine besondere Stimmung in die Natur bringt. Doch das besondere Symbolist der Morgenstern, der mit Christus identifiziert wird. Die Lieder der Epiphaniaszeit geben dafür viele Beispiele. Dass Christus als Licht Ihnen ganz persönlich leuchten möge, von der Adventszeit der Vorfreude über Weihnachten bis in die Epiphaniaszeit hinein, wünsche ich Ihnen von Herzen! 
                                 

  Matthias Neuesüß

ML
In der evangelischen Kirche wird der 6. Januar Epiphanias genannt. Das Wort Epiphanias bedeutet: Erscheinung des Herrn. Damit ist gemeint, dass der Welt an diesem Tag durch die Sterndeuter offenbart wurde, dass Jesus der Sohn Gottes ist.
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